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8.05.2008 Abschaffung der steuerlichen Absetzbarkeit von SchulgeldernDas Bundesfinanzministerium schlägt die Abschaffung der steuerlichen Absetzbarkeit von Schulgeldern vor. Die Begründung ist Europa- und bürgerfeindlich. Henning Kullak-Ublick, Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen: „Bereits heute beteiligen sich Eltern, die ihre Kinder an eine nichtstaatliche Schule schicken, uneingeschränkt an der Finanzierung des öffentlichen Schulwesens. Da ihnen die deutsche Schulgesetzgebung - im Gegensatz zu vielen europäischen Nachbarländern - aber zusätzlich erhebliche Eigenleistungen aufbürdet, wenn sie von ihrem Recht auf freie Schulwahl Gebrauch machen, werden sie doppelt zur Kasse gebeten.“ Der Referentenentwurf stelle, so Kullak-Ublick, ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2007 auf den Kopf. Dieser hatte verfügt, dass der deutsche Fiskus auch Schulgelder für Privatschulen im EU-Ausland als steuermindernd anerkennen müsse. Statt diese Vorgabe umzusetzen, werde die - schon heute auf 30% der tatsächlichen Schulgelder begrenzte - Abzugsfähigkeit der Schulgelder einfach ganz gekippt. Henning Kullak-Ublick: „Statt endlich die Eigenverantwortung und pädagogische Vielfalt zu fördern, soll hier eine zusätzliche Hürde errichtet werden, die es noch mehr Eltern erschweren würde, von ihrem Recht auf eine freie Wahl der Schule Gebrauch zu machen. Die pädagogische Initiative der freien Schulen darf nicht länger bestraft werden. Vielmehr hat der Staat dafür zu sorgen, dass diese Schulen für Kinder aller Bevölkerungsschichten uneingeschränkt zugänglich sind.“
14.04.2008 Berlin diskutiert: Keine Zensuren, kein Sitzenbleiben? Hier die ungekürzte Pro-Stellungnahme von Detlef Hardorp: Angst vor Zensuren und Sitzenbleiben ist eine schlechte Lernmotivation und trägt wesentlich zum Schulversagen bei. Der Stempel des Versagens führt leicht zum Verlust des positiven Selbstbewusstseins, welches zum Lernen unabdingbar ist. Sollte man deswegen Zensuren und Sitzenbleiben abschaffen? Brauchen Schüler denn keine Rückmeldungen über ihre Leistungen? Kann in einer verweichlichten "Friede-Freude-Eierkuchen"-Schule noch richtig gelernt werden? Schüler brauchen Rückmeldungen über ihre Leistungen. Prägnante schriftliche Aussagen sind aber wesentlich aussagekräftiger als eine Note. Eine 3 sagt nichts darüber aus, ob ein sehr begabter Schüler sich wenig Mühe gab oder ob ein weniger begabter Schüler sich abrackerte. Es kann auch als Orientierung angebracht sein, eine aussagekräftige Leistungsbewertung in einer einzigen Zahl zusammenzufassen. In meiner Zeit als Waldorflehrer habe ich allerdings weitgehend darauf verzichtet, dafür aber stets die Punkteverteilung der Klassenarbeiten an die Tafel gezeichnet und ausführlich kommentiert, so dass jeder Schüler seine Leistung gut einordnen konnte. Lehrer können besser als Schulverwaltungsbeamte entscheiden, was in jeder konkreten Lernsituation die angemessenste Form von Bewertung ist. Es war längst überfällig, die Verordnung standardisierter Zwangsmaßnahmen aufzulockern. Das gilt um so mehr für ein Sitzenbleiben, das bisher einzig und allein von einer mechanisierten Leistungsbewertung abhing. Die Wiederholung eines kompletten Schuljahres mag manchmal von Vorteil sein. Meistens ist es das nicht, da es den Schüler aus dem Klassenzusammenhang herausreißt und damit die Spirale des Versagens verstärkt. Länder wie Kanada und Finnland, die bei PISA hervorragende Leistungen zeigten, kennen kein Sitzenbleiben. Waldorfschulen praktizieren Schule mit schriftlichen Bewertungen und ohne Sitzenbleiben von Klasse 1 bis 12 seit 1919. Angstfrei lernen hat sich längst bewährt. Siehe hierzu auch den Artikel in der Berliner Morgenpost vom 13. April 2008
11.12.2007 - 31.01.2008 Zwischenzeugnis für Bildungssenator Jürgen Zöllner Freie Schulen fordern faire Zusammenarbeit und Verlässlichkeit Senatsverwaltung für Finanzen verschleiert Zahlen Finanzsenator kürzt erneut bei den Freien Schulen Immer auf die Freien (Kommentar) |