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Studie untersuchte rassistische Einstellungen von Waldorfschülern Extrem niedrige Fremdenfeindlichkeit an WaldorfschulenImmer wieder werden dem Werk Rudolf Steiners rassistische Aussagen vorgeworfen und daraus eine fremdenfeindliche Tendenz an Waldorfschulen abgeleitet, wie im Frühjahr 2006 bei ZDF und 3sat. Eine neue empirische Studie von Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen zeigt, dass genau das Gegenteil zutrifft. Sowohl bei Fremdenfeindlichkeit als auch bei Rechtsextremismus weisen Waldorfschüler nach der empirischen Studie von Kriminologie-Professor Christian Pfeiffer das allerniedrigste Niveau auf. Sind es bei Hauptschülern 24,7 Prozent beziehungsweise 9,5 Prozent, fallen die Anteile bei Gymnasiasten auf 8,3 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent, während nur 2,8 Prozent der Waldorfschüler als fremdenfeindlich und 1,2 Prozent als rechtsextrem einzustufen sind. Für diese Auswertungen wurden nur die Angaben der 9.001 deutschen Jugendlichen der 9. Jahrgangsstufe herangezogen. Fremdenfeindlichkeit kommt damit drei mal häufiger an Hauptschulen als an Gymnasien vor, aber noch drei mal so häufig an Gymnasien wie an Waldorfschulen. Ein Wert, der in seiner deutlichen Niedrigkeit besonders in Auge fällt, vor allem wenn man in Betracht zieht, dass in einigen anderen Kategorien (etwa Graffitisprayen, Ladendiebstahl und Schulschwänzen) Waldorfschüler ähnlich wie Hauptschüler in der Studie eingeordnet werden, weit über den Gymnasiasten. Noch frappierender sind die Ergebnisse bezüglich der so genannten „Machogesinnungen“, die bei Waldorfschülern eine ultrageringe Zustimmung erfahren: Nur 0,3 Prozent der Neuntklässler stimmten Aussagen wie „Ein Mann, der nicht bereit ist, sich gegen Beleidigungen mit Gewalt zu wehren, ist ein Schwächling“ oder „Wenn eine Frau ihren Mann betrügt, darf der Mann sie schlagen“ zu. Bei Gymnasiasten waren es fast sieben mal mehr (2,0 Prozent). Bei Hauptschülern im Vergleich zu Gymnasiasten "nur" über vier mal mehr (8,7 Prozent). Waldorfschüler haben also gerade in den Bereichen, wo es am häufigsten zu erniedrigenden Stereotypisierungen kommt (nämlich gegenüber Frauen und gegenüber Fremden) viel modernere Einstellungen als ihre Mitschüler an Regelschulen. Das wiederum entspricht der Einstellung Steiners hierzu in seinen schriftlichen Werken, insbesondere seinem Hauptwerk "Die Philosophie der Freiheit", wo er im Schlusskapitel „Individualität und Gattung“ über das menschliche Wesen schreibt: „Wir suchen nun vergebens den Grund für eine Äußerung dieses Wesens in den Gesetzen der Gattung. Wir haben es mit einem Individuum zu tun, das nur durch sich selbst erklärt werden kann. Ist ein Mensch bis zu dieser Loslösung von dem Gattungsmäßigen durchdrungen, und wir wollen alles, was an ihm ist, auch dann noch aus dem Charakter der Gattung erklären, so haben wir für das Individuelle kein Organ. Es ist unmöglich, einen Menschen ganz zu verstehen, wenn man seiner Beurteilung einen Gattungsbegriff zugrunde legt." Detlef Hardorp |