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Im Oktober 1997 wurde ein dreiflügeliges Haus in der Karl-Hofer-Straße eingeweiht, das zum neuen Wohn- und Lebensraum für 22 behinderte erwachsene Menschen wurde. Sie wohnen dort mit betreuenden Hauseltern unter einem sanftgebogenen Dach und bilden den dritten Teil der »Stadtgemeinschaft Berlin«. Unter diesem Namen entstand seit 1990 der Wohnbereich des Heilpädagogischen Therapeutikums. Er ergänzt als dritter Zweig, neben dem Werkstattbereich und der Schule, die Arbeit mit Menschen, die im allgemeinen Sprachgebrauch als "geistig Behinderte" gelten, für die Rudolf Steiner jedoch seinerzeit die Bezeichnung "Seelenpflege-bedürftige Menschen" prägte. Zunächst kommen die Kinder, deren Leben durch eine Behinderung wie Anfallsleiden, Autismus, Down-Syndrom oder anderes geprägt ist, in die staatlich anerkannte Sonderschule am Quermatenweg 6. Nahe dem Grunewald, umgeben von Gärten und einigen kunsthistorisch wertvollen Häusern, erleben die ca. 130 Schüler eine zwölfjährige Schulzeit, deren Lehrplan sich in entsprechend gewandelter Form an der Waldorfpädagogik orientiert. Künstlerische Elemente durchziehen den gesamten Tagesablauf von 8 bis 15 Uhr und bilden im therapeutischen Sinne eine besondere Hilfe. In der Oberstufe kommt das handwerkliche Element verstärkt hinzu. Jeweils ein Jahr lang erweitern die Schüler ihre Fähigkeiten in verschiedenen Werkstätten und werden auf das Arbeitsleben vorbereitet. Dieser Bereich wird für die nunmehr Erwachsenen durch die Arbeitsstätten der »Werkgemeinschaft für Berlin-Brandenburg, sozialtherapeutische Werkstätten gGmbH« gebildet. Einer notwendigen Umstrukturierung folgend wurden die Werkstätten (Textil, Keramik, Papier, Holz, Großküche, Forstwirtschaft und Kerzenwerkstatt) im Herbst 1996 vorläufig staatlich anerkannt und erweitern sich ständig an verschiedenen Standorten. Ein Neubau in Süd-Zehlendorf wird in Zukunft räumliche Vergrößerung und die Erweiterung der Arbeitsplätze auf 180 möglich machen. Vom dritten Zweig wurde zu Anfang dieser Zeilen geschrieben. Der Wohnbereich, in dem 45 Erwachsene ein neues Zuhause fanden, wurde in drei Häusern in der Argentinischen Allee 25 und der angrenzenden Karl-Hofer-Straße 13 und 17 eingerichtet. Zwischen alten Bäumen, in unmittelbarer Nachbarschaft mit der »Schule für Eurythmische Art und Kunst«, entfaltet sich hier der jüngste Zweig des Heilpädagogischen Therapeutikums, ergänzt durch eine ländliche Lebensgemeinschaft im märkischen Rohrlack bei Neuruppin. In der Argentinischen Allee 25 war 1954 die Arbeit des Heilpädagogischen Therapeutikums erneut begonnen worden. Ihre Wurzeln reichen über die großen Epochen heilpädagogischer und sozialer Arbeit unter Leitung von Franz Löffler in Schloß Gerswalde und Berlin bis zum Ursprung im heilpädagogischen Kursus von Rudolf Steiner (siehe auch die Chronik des Caroline-von-Heydebrand-Heimes und -Schule). In Berlin ist das Heilpädagogische Therapeutikum in der Arbeit zum Wohle behinderter Menschen geschwisterlich verbunden mit dem Thomas-Haus, dem Caroline-von Heydebrand-Heim und -Schule, der Lebensgemeinschaft in Altschönow und dem Kaspar Hauser-Therapeutikum in Pankow. |
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